Drogen

Was bedeutet nun eine MPU - Medizinisch-Psychologische Untersuchung - aufgrund von Drogen für Dich?

Wann eine Drogen-MPU angeordnet wird:

1. Völlig im Gegensatz zu Alkohol ist schon der Besitz von Drogen strafbar. Deshalb reicht bereits ein Ermittlungsverfahren oder eine gerichtliche Verurteilung aus, um bei der Führerscheinstelle Zweifel an Deiner Fahreignung auszulösen.

2. Solltest Du auch nachweislich unter Einfluss von Cannabis oder „harten“ Drogen wie z.B. Amphetamin, Kokain oder Heroin ein Fahrzeug geführt haben und damit erwischt worden sein, erfolgt von der Führerscheinstelle stets eine Anordnung zur MPU.

3. Außerdem gilt grundsätzlich: Wurde Dir aufgrund von Drogenkonsum Dein Führerschein entzogen und Du beantragst den Führerschein erneut, so ist ebenfalls stets eine MPU erforderlich.

Ausnahmefall Cannabis

Da Cannabis nicht zu den ‚harten Drogen‘ zählt, führt allein der Konsum von Cannabis noch nicht zwingend dazu, dass Deine Fahreignung verneint wird.

Das ist insbesondere dann der Fall, wenn Du nur gelegentlich konsumierst und außerdem keine Zweifel daran bestehen, dass Du Autofahren und den Konsum von Cannabis trennen kannst (Trennvermögen).

Bedenke jedoch, falls Du „erwischt“ worden bist, hast Du damit ja gezeigt, dass Dein „Trennvermögen“ doch nicht so hundertprozentig funktioniert…

Es gibt ein Bundesverwaltungsgerichtsurteil von 2019, dass die Fahrerlaubnisbehörde bzw. Führerscheinstelle‚
bei gelegentlichen Konsumenten von Cannabis‘, die erstmals im Straßenverkehr auffällig wurden, 
nicht grundsätzlich von fehlender Fahreignung ausgehen darf.

Damit darf auch der Führerschein nicht unmittelbar entzogen werden.
Allerdings kann die Fahrerlaubnisbehörde aber nach ihrem Ermessen über die Anordnung einer MPU -
 Medizinisch-Psychologischen Untersuchung - entscheiden.

Sind Abstinenznachweise notwendig?

Absolut Ja! Ohne Abstinenznachweise gibt es kein positives Gutachten!
Du kannst diese Nachweise entweder durch Urinscreenings oder durch Haaranalysen erbringen.

Eine ausführliche Erklärung zu den Abstinenznachweisen erfährst Du hier.

Es sind mindestens 6 Monate erforderlich, meistens 12 Monate. Das hängt vom jeweiligen Einzelfall und der Ausprägung des Konsums ab.

Bei fortgeschrittener Drogenproblematik oder Abhängigkeit, ist mindestens ein Jahr erforderlich.

Bei Drogengefährdung, wie etwa ein gelegentlicher Cannabiskonsum, sind meist 6 Monate ausreichend.  

Welche Fragen werden mir gestellt?

Achtung: Du solltest wissen, dass es keine standardisierten Fragen gibt. Der Gutachter kennt Deine Akte relativ genau und entscheidet vor Ort im Gespräch mit Dir, welche Fragen er Dir stellen wird.

Grundsätzlich sicher wirst Du zu Deinem Delikt, zu Deinem Drogenkonsum in der Vergangenheit und zu Deinen Veränderungen gegenüber früher befragt.

Längere Zeit vor der MPU solltest Du Dich selbstkritisch mit Deinen früheren Verhaltensweisen auseinandergesetzt haben. Hierzu brauchst Du in der Regel eine zielgerichtete MPU-Vorbereitung.

! Verzichte auf 'hohle Phrasen' oder 'Unschuldsbeteuerungen' ;-)

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